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Futtermittelskandal in Deutschland weitet sich aus
Hannover - Der Skandal um den gefährlichen Schimmelpilz Aflatoxin in Tierfutter in Deutschland weitet sich aus. In den Bundesländern Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhielten knapp 4600 landwirtschaftliche Betriebe verdächtiges Futtermittel. (fest/sda)
Die Milch betroffener Betriebe darf nur nach einer Überprüfung ausgeliefert werden.
Insgesamt rund 45'000 Tonnen Futtermais mit hohen Konzentrationen Aflatoxin B1 waren gemäss Behördenangaben vom Wochenende von Serbien nach Deutschland geliefert worden. 35'000 Tonnen wurden beschlagnahmt, 10'000 Tonnen jedoch von Futtermittelherstellern verarbeitet und an Landwirte ausgeliefert.
Tiere, die das verseuchte Mischfutter fressen, können giftige Abbauprodukte über die Milch weitergeben. Nach bisheriger Einschätzung von Experten ist eine Gefährdung der Konsumenten aber unwahrscheinlich.
Milch wird überprüft
Die Milch betroffener Betriebe darf nur nach einer Überprüfung ausgeliefert werden, weil sich Aflatoxin in Milch anders als in Fleisch stark anreichert.
Den Angaben zufolge wurden bisher Grenzwertüberschreitungen von Aflatoxin in acht von 19 untersuchten Futtermittelproben festgestellt. Dagegen sei der Grenzwert bei keiner der bisher untersuchten 79 Milchproben überschritten worden.
Der Milchindustrie-Verband hatte zuvor erklärt, Milch und Milchprodukte seien «weiterhin unbedenklich». Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wollte zunächst nicht vor dem Verzehr bestimmter Produkte warnen. Dazu sei es «zu früh», sagte BfR-Präsident Andreas Hensel der «Saarbrücker Zeitung».
Die serbischen Behörden hatten Mitte vergangener Woche Milch verschiedener Hersteller wegen einer Aflatoxin-Belastung aus dem Verkehr gezogen. Serbischen Medienberichten zufolge war den staatlichen Stellen die Verseuchung bereits seit einiger Zeit bekannt gewesen. Das belastete Tierfutter sei während der Dürre auf dem Balkan im Sommer 2012 verfüttert worden.
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